significans - Profil

significans existiert seit 1999 und besteht aus einer konstanten Arbeitsgruppe mit wechselnden Kooperationspartner/innen.

significans.Arbeitsgruppe:
Christiane Hamacher, Biel/Bern-CH
Carolina Kecskemethy, Lima und Berlin
Barbara Meyer, Luzern und Berlin
Hanna Sjöberg, Stockholm und Berlin

significans versteht sich als Archiv, Informations- und künstlerisches Interventionsbüro. Die Arbeitsgruppe engagiert sich an Schnittstellen zwischen Kunst, Kultur und politischer Aktion.
Künstler/innen, Kulturwissenschaftler/innen und Journalist/innen fokussieren aktuelle Entwicklungen in gesellschaftlichen Kontrollsystemen, die insbesondere im Ausländer- und Asylrecht verschiedene Formen der Diskriminierung erzeugen.
Im Zentrum der Recherchen stehen Beweisführungen am Körper; Überwachungs- und Identifizierungstechniken sowie sekundäre Kontrollsysteme in den Versorgungseinrichtungen für Flüchtlinge und Migrant/innen.
Gemeinsam ist den unterschiedlichen Verfahren eine Intention zur Versachlichung und Verwaltung von Personen als «Körper» und als biologistische Datensammlung.

Archiv und Diskussion:

significans stellt Fragen nach sensiblen gesellschaftlichen Konsens-Verschiebungen in der Bewertung von Autonomie, Selbstkompetenz und Demokratie. Die Addition der diskutierten Systeme machen Transformationen im Kulturbegriff sichtbar. Durch Unvollständigkeit und thesenhafte Zu-sammenstellung der Dokumente ergeben sich neue Leserichtungen.

Terrainbeschreibung:
Die Kunst hat die Möglichkeit, jenseits der wissenschaftlichen, numerischen Datensammlung Positionen und Fakten wie Satelliten im Raum schweben zu lassen, sie brüsk oder sanft gegeneinander aufprallen zu lassen und aus diesem unberechenbaren Crash neu einen Ist-Zustand zu beschreiben. Sie ist durch ihre mehrdimensionale Diskussion in der Lage, unerprobte, utopische Lösungsansätze zu entwerfen.

Arbeitsweise

Die Gruppe befragt Betroffene, kontaktiert Organisationen, stellt Kontakte zwischen beteiligten Gruppen her, recherchiert Video- und Bildmaterialien, sammelt Studien, Interviews, Berichte, Pressekom-mentare, Protokolle, Gesetzestexte, Haushaltspläne und konfrontiert schließlich die verschiedenen Positionen in den Dokumenten des Archivs. Alle Dokumente sind dem Publikum frei zugänglich.
Der Entwurf des Ausstellungsraumes korrespondiert formal mit den Themen aus dem Diskussionszusammenhang und ermöglicht den Austeilungsbesucher/innen eine individuelle Recherche. Büroausstattung, Fotokopiergerät und Videomonitore motivieren die Besucher/innen, selbständig im Ausstellungsraum zu recherchieren und die Sammlung mit eigenen Materialien zu ergänzen.

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